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Finanzierungskonzepte

Mit der Übernahme der Praxis fällt auch der Gang zur Bank an, um eine geeignete Finanzierung zu erhalten.

Hier stellt sich eingangs die Frage nach dem passenden Bankinstitut. Wir, die Firma medipark PLUS haben seit Jahren überaus positive Erfahrung mit der deutschen Apotheker- und Ärztebank gemacht. Aber auch regional tätige Banken sind durchaus in der Lage sich in die Materie Praxisübernahme und Praxisfinanzierung einzuarbeiten, der Erfolg ist abhängig vom Engagement des jeweiligen Sachbearbeiters z.B. in einer Sparkasse vor Ort.

Da alle Bankinstitute Zugriff auf öffentliche Mittel und regionale Förderprogramme haben, sind die Konditionen der einzelnen Bankhäuser meist vergleichbar.

Stellt sich also die Frage nach der Art der jeweiligen

  • Darlehnsform und -programm (Öffentliche Darlehn, Bankinterne Darlehn)
  • Dauer der Zinsfestschreibung und
  • Art der Tilgung des Darlehns.

Während man sich über die Darlehnsform (z.B. Zinscap-Programm der Apobank oder öffentliche bzw. Förderprogramme) rasch einig wird, und in Anbetracht nach wie vor sehr günstiger Zinssätze eine lange Zinsbindung außer Frage steht, scheiden sich die Geister meist an der Frage der Art der Tilgung.

Hier ist zu entscheiden ob man das Darlehn in Form kontinuierlicher Rückzahlungen an die Bank in kleinen Schritten stufenweise abtilgt oder einen steuerlich u.U. interessanten Umweg wählt, der zudem größere Flexibilität eröffnet.

Dieser Umweg eines Darlehn mit Aussetzung einer laufenden Tilgungszahlung an die Bank, nennt sich "Darlehn mit Tilgungsaussetzung" oder "endfälliges Darlehn".

Statt einer laufenden Rückzahlung des Darlehns (sogenannte Tilgung) an die Bank wird ein fester monatlicher Betrag in einer Sparanlage angelegt (früher machte man diese mit einer Lebensversicherung). Nach Abschaffung der Steuerfreiheit der Kapitalerträge bei der Lebensversicherung spart man die Tilgung in einen oder mehrere Investmentfonds an.

Die Idee die dahinter steht ist folgende:

Während der gesamten Darlehnslaufzeit (10, 12 oder 15 Jahre) zahlt man immer den vollen Zins auf das ursprüngliche Darlehn, diese Zinsbelastung ist steuerlich voll abzugsfähig!

Die Tilgungsaufwendungen selbst sind dagegen nicht steuerlich abzugsfähig, diese sind aus dem bereits versteuerten Einkommen zu zahlen. Daher versucht man die Tilgungszahlung gering zu halten und spart sie auf eine (noch) - nach Ablauf der Spekulationsfrist - steuerfreie Kapitalanlage (Fonds) mit hohen Renditen an. Über diesen Weg muss man voraussichtlich einen deutlich geringeren Teil des zu tilgenden Darlehns tatsächlich ansparen, um die gewünschte Darlehnssumme dann am Ende in einer Summe tilgen zu können. Den Rest erwirtschaftet die Fondsgesellschaft. Sollte die angesparte plus die erwirtschaftete Summe nicht ausreichend zu Tilgung des Darlehns sein, so ist der fehlende Betrag natürlich nachzuschießen, sollte mehr erwirtschaftet werden, steht dieser Mehrbetrag zur freien Verfügung.

Weitere positive Effekte sind

  • die ggf. freie Verwendung der in den Fonds angesparten Mittel zu Tilgung eines Hauses, während man das Praxisdarlehn einfach stehen lässt bzw. um weitere 10 Jahre verlängert.

Nachteil: der höhere %-Satz der für die Zinsen zu zahlen ist
Nachteil auch die Unsicherheit ob der Fonds sich gut entwickelt oder sogar schrumpft und man eine mögliche Unterdeckung zusätzlich zu den Sparraten am Ende zahlen muss. Außerdem steht auch hier eine Versteuerung der Wertzuwächse mit einem Pauschalbetrag von 25-30% ab 2008 an.

Vorteil bei dem Tilgungsdarlehn ist die geringere Zinshöhe, Nachteil die rasche Abtilgung in 10 Jahren, während der steuerlich abzugsfähige Anteil der Zinsen immer weiter fällt, da das ursprüngliche Darlehn von Jahr zu Jahr schrumpft- und damit auch die Basis, auf die die Zinsen berechnet werden.

Für mutige und fortgeschrittene Übernehmer bietet medipark PLUS in Kooperation mit deutschen und östereichischen Banken auch Fremdwährungskredite in SF (Schweizer Franken an). Vorteil hier ist die geringe Zinshöhe von derzeit 2,5% bei 3 monatiger Zinsfestschreibung. Nachteil ist ein gewisses Wechselkursrisiko, welches jedoch historisch gesehen sehr klein gegenüber dem Euro/DM ist. Bei der Darlehensform wird hier fast obligatorisch eine Tilgungsaussetzung praktiziert.

Weitere Besonderheiten

  • 10-15 % Eigenkapital erforderlich
  • geeignet nur für größere Finanzierungsvolumen ab 200T€
  • Banken in AT finanzieren nur Praxen in Bayern.

Neben den Kaufpreisdarlehn benötigen wir einen sog. Kontokorrentkredit (Praxisdispo) mit einem Ausgabenrahmen von ca. 30-50T€ zur Deckung der laufenden Betriebsmittel (Zinsen, Personal Miete und Ihr Unternehmerlohn sowie alle weiteren Kosten- bis die Zahlungen von KZV/Patienten usw. eingehen). Der variable Zinssatz hierfür ist von Bank zu Bank verschieden.